Arneken Galerie – Einkaufsparadies oder Auslaufmodell?

 

Es klang so schön: Die Arneken Galerie wird sich harmonisch in die Innenstadt einfügen. Sie wird kauffreudige Besucher aus Hannover und Braunschweig anlocken. Sie wird Hildesheim über die Stadtgrenzen hinaus attraktiver machen.

Die Realität sieht mittlerweile anders aus: Einige Ladenflächen wurden nie vermietet. Immer wieder müssen Geschäfte schließen. Viele Besucher haben die Arneken Galerie längst totgesagt.

Wie konnte es dazu kommen? Ein Blick auf das umstrittenste Einkaufs-Center Hildesheims.

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Vom Forum Hildesheim zur Arneken Galerie

Ein Blick zurück


Der Bau der Arneken Galerie gilt als größte Veränderung der Hildesheimer Innenstadt seit dem zweiten Weltkrieg. Wie viel sich wirklich verändert hat? Sehen Sie selbst! Schieben Sie dazu den weißen Regler in den beiden Bildern jeweils nach rechts und links.

Großer Wurf oder Schuss ins Knie?

Erwartungen - und Reaktionen

„Wir wollen die Arnekenstraße mit einer attraktiven, individuellen Galerie zum multifunktionalen Erlebnisraum umgestalten und uns damit von Megacentern positiv abheben.“

Axel Funke, Chef des Investors Multi Development, November 2006

„Das ist ein großer Wurf für die Innenstadt. Da wird nichts von der Politik Klein-klein geredet. Wir wünschen dem Projekt ein gutes Gelingen.“

Wilfried Kretschmer, SPD-Ratsherr, November 2006

„Der Entwurf der Arneken-Galerie ist der richtige Schritt in die richtige Richtung. Es handelt sich hier um eine Vitalisierung des Herzens der Stadt.“

Werbegemeinschaft Die freundlichen Hildesheimer, Dezember 2006

„Das ist ein erfolgreicher Tag für Hildesheim. Nun wird aus einer Vision Wirklichkeit.“

Kurt Machens, Oberbürgermeister, nachdem das erste Modell der Arneken Galerie öffentlich vorgestellt wurde, Oktober 2007

„Wir bekommen etwas, wonach die Stadt geradezu schreit.“

Kay Brummer, Stadtbaurat, Dezember 2008

„Das Bahnhofsprojekt, hä, die Bernwards-Arkaden und jetzt auch noch diese Pracht-Galerie / für unser Provinznest, wir sind doch nich‘ Hamburg, das Ding wird ein Schuss ins Knie“

Textzeile des Musikers Stefan „Enrico“ Heinrich aus seinem Lied „Arneken Galerie“, Mai 2009

„Mit seinem individuellen, offenen Konzept hebt sich die Arneken-Galerie angenehm deutlich von der klotzigen Konkurrenz in Hannover,Braunschweig oder Hameln ab. Dort setzen die Verantwortlichen auf Masse und geschlossene Konzepte, hier auf Klasse und individuelle Lösungen. Das werden die Kunden zu schätzen wissen. Die Arneken-Galerie stärkt somit das Oberzentrum Hildesheim und die gesamte Innenstadt.“

Manfred Hüttemann, in einem HAZ-Kommentar, Dezember 2008

„Eigentlich ist eine neue Einkaufsgalerie nicht nötig. In der Innenstadt haben wir doch alles. Hildesheim braucht eher einen Platz für junge Leute, wo man sich treffen und zum Beispiel Billard spielen kann.“

Benjamin Gagliano, Dezember 2009

„Ich bitte Sie, uns Zeit zu lassen und die Erwartungen nicht zu hoch zu hängen.“

 

Dirk Fittkau, Center-Manager, März 2012

April 2012

„Das Center ist eigentlich ein Knaller – wenn nur endlich alle Läden besetzt wären.“

Filippo Errante, Mitbetreiber Restaurant Pastimo, Juni 2012

„Bei uns kaufen viele Auswärtige, die früher nach Braunschweig gefahren sind.“

Anna Fee Heine, Chefin der Tom-Tailor-Filiale, Juni 2012

„Die Vermietungsquote ist nicht zufriedenstellend.“

Alexandra Mewis, Vermietungsmanagerin von Betreiber Corio, Februar 2013

März 2013

Umfrage-1Jahr-Arneken Umfrage auf hildesheimer-allgemeine.de, März 2013

Die Bilanz nach einem Jahr fällt also nüchterner aus, als es sich Investoren und Mieter sicherlich gewünscht hätten. Ein Flop ist die Galerie dennoch nicht. Der angepeilte Kurs, in der Stadt nun endlich mehr für Betagte und Betuchte zu tun, anstatt dem Geschäftemix immer neue Teeny-Shops aus dem Niedrigpreissegment hinzuzufügen, ist der richtige Weg. Damit könnte die Galerie dann doch noch ein großer Erfolg werden, dessen Strahlkraft weit über die Stadtgrenzen hinaus reicht.

Marita Zimmerhof, in einem HAZ-Kommentar, April 2013

Zusätzliche Kunden aus dem Umland, eine volle Innenstadt, damit auch mehr Umsatz für die bestehenden Läden: Was hatten sich Rat und Verwaltung nicht alles von der Arneken Galerie versprochen. Die Wirklichkeit sieht zwei Jahre nach der Eröffnung anders aus: An vielen Stellen im Center kaschieren Fototapeten die Leerstände, die Galerie kommt nicht in Schwung. Inzwischen sitzt Betreiber Corio lange genug selbst am Ruder, um dieses herumlegen zu können – so schwer das in diesen Zeiten auch sein mag. Ein Restaurant in der Nord-Passage könnte ein Anfang sein, ein Supermarkt im Erdgeschoss vielleicht die Wende einleiten. Es wird Zeit. Sonst bleibt die Galerie eine Enttäuschung.

Rainer Breda, in einem HAZ-Kommentar, März 2014

Arneken-Wanderzeit Umfrage auf hildesheimer-allgemeine.de, Oktober 2015

Laden oder Leer?

Ein Überblick über die Geschäfte

Stichtag ist der 31. März 2017 – zu diesem Termin werden drei Geschäfte die Arneken Galerie verlassen: Brax, die Bären Company und Nici schließen dann ihre Filialen.

Klicken Sie sich durch die drei Stockwerke der Arneken Galerie, fahren sie mit der Maus über die Karten und entdecken Sie, welche Räume leer stehen oder vermietet sind.

Quadratmeter Verkaufsfläche hat die Arneken Galerie

von 85 Ladenflächen stehen derzeit leer*

%

Prozent der Läden sind derzeit vermietet*

*Stand: März 2017

Was muss sich ändern?

Ein Blick voraus

Schmuck, eine Apotheke oder Lebensmittel – welche Geschäfte fehlen der Arneken Galerie?
In unserer Umfrage können Sie abstimmen, einfach drüberwischen und los geht’s.

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