Halbes Kilo, halbe Tonne, 933 Pillen

Es gibt Drogenfunde, die allein durch die Menge der verbotenen Substanzen beeindrucken. Sei es in Pulverform, als Pille oder Pflanze – große Funde gab es einige in Stadt und Landkreis.

Mehr

Qualität statt Quantität

Anbau zur Selbsttherapie, Zufallsfunde, ein Angeklagter ohne Alter und Herkunft – so manches Drogendelikt birgt Geschichten, die sich so schnell keiner ausdenken kann.

Mehr

Tierische Schnüffler

Bis heute unvergessen: 1984 tritt Schwein Luise in den Polizeidienst an und sorgt für Schlagzeilen weit über die Kreisgrenzen hinaus. Wie der Spiegel damals schreibt: „Denn keine ist wie diese“.

Mehr

Von Khat bis Koks

Die größten Drogenfunde in Stadt und Landkreis Hildesheim

Kilogramm Marihuana

  • In Gödringen hebt die Polizei im November 2017 eine international agierende Drogenbande aus. Dabei werden Männer festgenommen und insgesamt 180 Kilogramm Marihuana im Schwarzmarktwert von 400.000 Euro sichergestellt. Die aus Montenegro, Serbien und Albanien stammenden Verdächtigen im Alter von 34 bis 39 Jahren kommen in Untersuchungshaft. Einer von ihnen wohnt in Sarstedt. …mehr

Ecstasy-Tabletten

  • Eigentlich haben Nachbarn die Beamten im August 2017 wegen Ruhestörung in der Braunschweiger Straße in Hildesheim angerufen. Die Anwohner fühlten sich von lauter Musik genervt. In der Wohnung selbst heben die Beamten dann ein wahres Drogenarsenal aus. Die Drogen haben nach Angaben des Polizeisprechers Rolf Sydow einen Verkaufswert von rund 20.000 Euro. Bei der Durchsuchung fallen ihnen dann fast ein halbes Kilo Amphetamine, ein gutes Kilo Marihuana, 933 Ecstasy-Tabletten sowie halluzinogene Pilze in die Hände. …mehr

Kilogramm Marihuana

  • In Sarstedt finden Beamte des Landeskriminalamtes im Mai 2016 1,7 Kilogramm Marihuana, zwei Pistolen und 18.000 Euro Bargeld im Einfamilienhaus eines 30-Jährigen.

Kilogramm Marihuana

  • Bei einer normalen Verkehrskontrolle in Alfeld finden Beamte fünf Kilogramm Marihuana im Kofferraum eines Autos. Erst nach einer Verfolgungsjagd kann die Polizei die zwei Wageninsassen festnehmen. …mehr

Kilogramm Amphetamine

  • Ermittler finden im März 2017 bei einem 22-jährigen Hildesheimer in einer Garage, die der Mann gemietet hatte, rund 1,6 Kilogramm Amphetamine, 809 Gramm Ecstasy sowie 1,9 Kilo Marihuana. Kunden des Dealers hatten die Polizei auf die richtige Spur gebracht.

Kilogramm Marihuana

  • Ermittler stellen im März 2014 bei einem Mann aus dem Landkreis Peine, seiner in Hildesheim lebenden Schwester und einem mutmaßlichen Drogenlieferanten in Hamburg rund 22 Kilogramm Marihuana sicher.

Gramm Kokain

  • Ein halbes Kilogramm weißes Pulver stellen Beamte bei einer Razzia um die Shisha-Bar am Pelizaeusplatz im September 2012 sicher. Dabei soll es sich, so der Verdacht, um Kokain handeln. Es hätte ungestreckt einen Verkaufswert von 40.000 Euro. Es waren Ermittler der auf Organisierte Kriminalität und Banden spezialisierten Zentralen Kriminalinspektion (ZKI) der Polizeidirektion Göttingen. Monatelang hatten Polizei und Staatsanwaltschaft gegen einen Hildesheimer ermittelt: Der Mann libanesischer Abstammung soll mit Hintermännern einen schwunghaften Drogenhandel aufgezogen haben. Im Juli 2013 fiel das Urteil …mehr

Kilogramm Khat

  • Eine halbe Tonne Khat in 49 Jutebeuteln finden die Ermittler im April 2012 bei einem 37-Jährigen. Dieser ist körperbehindert und auf Krücken angewiesen. Er darf nur Autos mit Spezialvorrichtungen nutzen. Der Leihwagen, den er sich in Holland organisiert hatte, war hingegen ein konventionelles Modell. Mit dem kollidierte er auf Autobahn 7 in der Gemarkung Holle mit einem Lastwagen. Die Polizei rückt an und merkt nicht nur, dass der Fahrer ganz offensichtlich unter dem Einfluss von Cannabis steht – auch seine Ladung war alles andere als unverdächtig. …mehr

Kilogramm Haschisch

  • Zwei Hildesheimer Drogenkuriere werden im Juli 2000 gefasst. Ein 45-jähriger Mann aus dem südlichen Landkreis wird in Halifax (Kanada) mit 300 Kilogramm Haschisch und eine 38-jährige Frau aus der Stadt Hildesheim in London mit 4,5 Kilogramm Kokain erwischt. Beide wollten von den Drogen in ihrem Gepäck nichts gewusst haben.

Cannabis-Pflanzen

  • Bei einer Hausdurchsuchung mit Spürhunden im Juni 1999 finden die Fahnder im nordöstlichen Landkreis in zwei Trockenräumen auf dem Dachboden 150 Rauschgiftpflanzen. Rund 30 Kilogramm rauchfähiges Marihuana soll daraus herzustellen sein, so die Einschätzung der Polizei. „Ein ähnlich großer Fund aus der Vergangenheit ist mir im Landkreis nicht bekannt“, teilt Polizeisprecher Walter Wallott damals mit.

fffffffffff

Kurioses

Anbau zur Selbsttherapie, Zufallsfunde, ein Angeklagter ohne Alter und Herkunft – so manches Drogendelikt birgt Geschichten, die sich so schnell keiner ausdenken kann.

Ecstasy-Pillen auf dem Wohnzimmertisch

Hildesheim – Eigentlich wollte die Polizei bloß seinen Personalausweis sehen – doch dann flog ein 29-Jähriger auf: Die Beamten entdeckten in seiner Wohnung eine Marihuana-Plantage und Ecstasy-Pillen.

Wie die Polizei erst am Montag mitgeteilt hat, trafen die Beamten bereits am vergangenen Donnerstag auf den Hildesheimer. Gegen 12.30 Uhr wollten sie ihn am Kriegerdenkmal am Galgenberg kontrollieren und fragten nach seinem Personalausweis. Der Mann hatte den allerdings nicht bei sich, weshalb die Polizisten ihn zu seiner Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in der Nähe begleiteten.

Verdächtiger Geruch

Kaum hatte der Mann seine Wohnungstür aufgeschlossen, wehte den Beamten auch schon ein verdächtiger Geruch entgegen. Und siehe da: Mitten auf dem Wohnzimmertisch lagen 20 Ecstasy-Pillen, im Nebenraum befanden sich zudem zwei Zelte zum Aufziehen von Marihuana-Pflanzen. In einem davon wuchsen sechs Aufzuchtpflanzen, im anderen entdeckten die Beamten 15 bereits ausgewachsene Pflanzen sowie zwei Tüten mit etwa 900 Gramm Marihuana.

Der 29-Jährige war der Polizei bislang nicht bekannt, nun erwartet ihn ein Strafverfahren wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Nach Abschluss der Ermittlungen übernimmt die Hildesheimer Staatsanwaltschaft.

Veröffentlicht am 13. März 2017


Hasch-Anbau gegen den Schmerz

Sarstedt– 38 Haschischpflanzen im Haus, dazu noch 27 Stecklinge – ist das noch Eigenbedarf, was die Polizei im Haus eines 45-jährigen Sarstedters im Juni 2014 gefunden hat? Das Amtsgericht Hildesheim bejahte dies und verurteilte den Mann zu einer milden Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung. „Kein gutes Gefühl“ äußerte sein Anwalt Björn Schüller, denn der Sarstedter hat die Drogen nur gegen seine unerträglichen Schmerzen genommen, sagt er.

„Wieder so ein Fall“, sagt der in Bremen ansässige Anwalt, der sich auf Rauschgift-Delikte spezialisiert hat. Ein Fall zwischen Recht und Gerechtigkeit, meint er. „Ich frage mich, wo da Schuld liegen soll“, meint er und plädiert auf Freispruch.

Die Vorgeschichte beginnt im Oktober 1993. Der Sarstedter, der als britischer Soldat in Hildesheim stationiert war und nach Abzug der Briten der Liebe wegen hier geblieben ist, arbeitet in der Baumpflege, stürzt aus einem 14 Meter hohen Baum ab. Vier Wochen Krankenhaus, ein Jahr Reha – aber damit beginnt erst sein Leidensweg. Denn die Schmerzen der zahlreichen Brüche wollen nicht schwinden. Der Mann nimmt erst Schmerztabletten aller Art, bekommt dann im Rahmen einer Schmerztherapie sogar Morphine. All das bekommt ihm nicht. Er leidet unter Ess- und Schlafstörungen, eine schwere Depression kommt hinzu. Dennoch arbeitet der Vater dreier Kinder weiter.

Eine Haschischzigarette ändert sein Leben

1997 kommt auf einer Urlaubsreise nach Holland für ihn ein Durchbruch: Der Mann, der weder raucht noch Alkohol trinkt, raucht seine erste Tüte. Die Haschischzigarette ändert sein Leben, denn sie wirkt. Weniger berauschend als schmerzlindernd. Seitdem bemüht er sich darum, seine Schmerzen mit der in den Niederlanden legalen und bei uns verbotenen Droge zu lindern.

Schnell kommt die Idee, die Pflanzen selbst anzubauen. Aber auch hier hat der Sarstedter Pech. Die Samen, die er sich besorgt hat, laufen nicht auf. Er kauft Stecklinge, und auch hier hat er Pech: Schädlinge fressen ihm die Jungpflanzen weg. Das alles berichtet er dem Gericht, das später sein umfassendes Geständnis als strafmildernd bewerten wird.

Nach dem ersten Anbau-Desaster kauft der Sarstedter neue Stecklinge, diesmal eine weitaus größere Zahl. Er will sichergehen, sagt er, dass die meisten der Pflanzen auch aufwachsen. Denn für seinen Bedarf braucht er im Grunde nur die Blüten der weiblichen Pflanzen, denn nur die enthalten den benötigten Stoff. Warum er nicht gleich Nutzhanf angebaut hat, der die schmerzlindernde Substanz CWD, nicht aber die Droge THC enthält – das ist eine der Fragen, die im Gericht offen bleiben.

Klar ist: Als die Polizei an seiner Haustür klingelt, sind erhebliche Mengen Hanf im Haus. Die Gutachterin des Landeskriminalamtes wiegt es aus: 323,13 Gramm Haschisch mit einem Wirkstoffgehalt von 21,7 Gramm THC. Erheblich mehr als der Bedarf des Mannes, der sich nach eigenen Angaben nur ab und zu in seine Kammer hoch unterm Dach zurückgezogen hat, um eine „Tüte“ zu schmauchen und britisches Fernsehen zu gucken, damit er die Sprache nicht verlernt. Er erklärt das mit den gärtnerischen Misserfolgen und der Tatsache, dass er sich auf die Blüten der weiblichen Pflanzen konzentriert habe.

Minder schwerer Fall?

„Was man auf der Straße kauft, taugt nichts. Es ist oft mit Pestiziden und Dünger belastet. Und von dem Stoff aus den Blättern bekomme ich Kopfschmerzen.“ Abhängig sei er nicht von dem Stoff, versichert er: „Ich bin schmerz- aber nicht drogenabhängig.“

Die Staatsanwältin lehnt es ab, von einem „minder schweren Fall“ nach Paragraph 29a zu sprechen. Sie stützt sich auf die große Menge an Pflanzen und Wirkstoff und fordert ein Jahr und vier Monate – allerdings auf Bewährung, weil der Familienvater bisher straffrei ist und ein geordnetes Leben führt, auch wegen der Schmerzen.

„Ein absolutes No-go“, kommentiert der Verteidiger die hohe Forderung, plädiert für Freispruch, „notfalls“ einen minder schweren Fall.

Das „notfalls“ greift das Amtsgericht auf: Sechs Monate Haft, drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. „Aus gesetzlicher Sicht ist Ihr Verhalten nicht in Ordnung, aber…“, sagt der Richter, erwähnt die große Menge und begründet, warum die Kammer trotz der Notlage des Angeklagten und seiner Schmerzen zu einer Verurteilung gekommen ist: „Das Betäubungsmittelgesetz schützt die Volksgesundheit, und da muss Ihre persönliche Gesundheit zurückstehen.“

Veröffentlicht am Donnerstag, 12. März 2015

„Was man auf der Straße kauft, taugt nichts.“

Angeklagter


„Ken ist nicht mit einem 17-Jährigen gleichzustellen.“

Staatsanwalt Harald Schmidt

 

Großdealer lässt nicht mit sich handeln

Hildesheim – Flehentlich, bis an die Grenze der Selbstachtung, hatte die Kammer am ersten Prozesstag Ken nahegelegt, eine ausgehandelte Strafe von zwei Jahren und acht Monaten zu akzeptieren. Ein übliches Verfahren, das der Abkürzung eines sonst umfang- und zeitaufwendigen Prozesses dienen soll. Ken, in der Szene als Mike bekannt, will nicht. So nimmt das Verfahren einen normalen Gang.

Rund ein Kilo Kokain hat Ken in rund 50 Fällen im Asylbewerberheim Philosophenweg an Dealer aus Peine verkauft. Das gibt er zu. Weitere 60 müssen unter den Tisch fallen, da der kürzlich zu sechs Jahren verurteilte Giovanni als Zeuge von seiner ursprünglichen Aussage abrückte. Weil: „Ich will ihm keine Strafe aufdrücken.“ In der Untersuchungshaft hatte Giovanni sich bei Ken entschuldigt, ihn genannt zu haben. Sie hatten nicht nur in der Haft Gelegenheit zum Gedankenaustausch, sondern auch auf dem gemeinsamen Transport von der Haftanstalt zum Gericht.

Undurchdringliche Miene

Der Verteidiger aus Kassel versucht auch vergeblich, Giovanni unglaubwürdig zu machen. Das Gericht glaubt ihm. Auch die Idee der Verteidigung, die Freundin von Ken als Zeugin auftreten zu lassen, gehört – wie so manches andere – nicht zu ihren glücklichsten Einfällen. Die 34-jährige Studentin aus Göttingen gibt sich als Verlobte mit Heiratsversprechen aus. Auf dem Zeugenstuhl hin und her rutschend glaubt sie nicht, dass Ken mit Drogen gehandelt hat. Sie will es nicht bemerkt haben: „Es ist ihm wohl nahegelegt worden.“ Sie verschafft ihm ein Alibi, und handelt sich wahrscheinlich eine Anklage wegen Falschaussage ein.

Unklar bleibt, was für ein Landsmann und wie alt Ken ist. Während der mehrtägigen Verhandlung sitzt er steif mit undurchdringlicher Miene, verweigert jede Auskunft zur Person und Sache.

Angeblich ist er am 16. Mai 1978 im Sudan geboren, nach drei Jahren nach Sierra Leone und im Januar 1998 nach Deutschland gekommen. In der Bahn will er in einem Abteil unter einem Sitz Ausweispapiere in einem Umschlag gefunden haben. Und so weiß niemand, ob Geburtstag und Herkunft stimmen. Nach Gutachter-Meinung „ist ein Alter auch nicht zweifelsfrei festzustellen“.

Zwei Kugel Kokain geschluckt

Im Februar 1999 wird Ken in Braunschweig auf frischer Tat geschnappt. Er schlägt und tritt bei der Festnahme um sich. Die Polizeibeamten können ihn aber daran hindern, zwei Kugeln Kokain herunterzuschlucken. Er hatte sie im Mund. Begründung: weil es regnete. Mit der Droge Kokain habe er seine Schlafstörungen beseitigen wollen. Das Amtsgericht Hildesheim verurteilte ihn zu einer fünfmonatigen Bewährungsstrafe.

Staatsanwalt Harald Schmidt nennt Ken einen Großdealer und Bewährungsversager, der das Gastrecht aufs Gröblichste verletzt habe, von der höchsten Sozialhilfe der Welt profitiert und jungen Menschen, „die wir schützen müssen“, Verderben bringt. Schmidt glaubt nicht, dass die Kriterien des Jugendrechts auf Ken zutreffen: „Ken ist nicht mit einem 17-Jährigen gleichzustellen.“ Das Gegenteil ist ihm aber nicht zu beweisen. Auch der Vertreter des Stadtjugendamtes, Martin Majorek, kommt nach einem nur oberflächlich offenbarten Lebenslauf zu keinem anderen Ergebnis.

Der Verteidiger plädiert: „Ich beantrage zwei Jahre und acht Monate Jugendstrafe – wie im Vorfeld vereinbart.“ Ken hat das letzte Wort: „Ich habe nichts zu sagen.“ Die 3. Große Jugend-Strafkammer des Landgerichts unter Vorsitz von Richter Volker Heckemüller verurteilte Ken schließlich zu einer Jugendstrafe von vier Jahren

Veröffentlicht am Samstag, 11. November 2000


Tierische Schnüfflerin

Drogen statt Trüffel

Im Freizeitpark Sottrum wurde sie am 7. Juli 1984 geboren. Bei der Hildesheimer Ausbildungsstelle für Polizeihunde machte Luise Karriere: Von 1984 bis 1987 war sie als Deutschlands einzige Spürwildsau im Polizeidienst. Als Luises Trainer, Erster Polizeihauptkommissar Werner Franke, 1987 pensioniert wurde, schied auch das Wildschwein aus dem Dienst aus. Sie bekam im Sottrumer Freizeitpark ihr Gnadenbrot und lebte dort noch bis 1998.

Es war schon ein verblüffender Vorgang. „Unsere Sicherheit“, die Zeitschrift des niedersächsischen Innenministeriums, würdigte Mitte April 1985 Luises Ausbildung und Leistungen. Engstirnige Bürokraten in der Polizeiführung belehren Werner Franke wenige Tage danach eines Besseren: „Das Schwein muß weg“, fordern sie. Der Ärger eskaliert. Die Polizeiführung aber bleibt dabei: „Keine Sau im Polizeidienst.“ 26. Juni 1985: Ministerpräsident Ernst Albrecht erklärt Luise zur Chefsache: „Die Sau bleibt.“ Da wagen auch die Polizeibürokraten keinen Widerstand mehr. Luises „Karriere“ beginnt, das Wildschwein wird zum Rauschgiftspürschwein ausgebildet. Am 15. Mai 1986 folgt die ministerielle Anerkennung für Luise als Polizei-Spürwildschwein, SWS im Amtsdeutsch. Zwei Wochen zuvor hatten Werner Franke und sein vierbeiniger Kollege in Bonn vor Hunderten von Journalisten und in Anwesenheit von Ministern, Staatssekretären und Botschaftern belegt, wie zielsicher Luise die Rauschgift- und Sprengstoffsuche angeht. Vom Bund der Steuerzahler wird die Hildesheimer Spürwildsau 1987 als Sparschwein des Jahres geehrt. Im selben Monat ernennt die internationale Polizeiverbindung IPA Luise gar ganz ernsthaft zur „Ehrensau“.

Niedersachsens Innenminister Wilfried Hasselmann tritt am 27. Mai 1987 persönlich im Freizeitpark Sottrum an: Er schickt die einzige deutsche Spürwildsau in Pension und würdigt offiziell ihre Verdienste.

Share This