Der Flowtrail –
geht’s mit ihm bergauf oder bergab?

 

Für die einen macht er die Stadt für Sportler attraktiver, für die anderen zerstört er die Natur – der Flowtrail in Bad Salzdetfurth polarisiert.

Die HAZ nimmt die Mountainbike-Strecke am Ortberg unter die Lupe, zeigt die Historie und einen Fehler der Stadt, blickt auf die unterschiedlichen Stimmen und beantwortet die wichtigsten Fragen für Besucher.

Achterbahnfahrt mit dem Fahrrad

Eine Fahrt über den "Rollercoaster Flowtrail"

Das Wort flow bedeutet übersetzt aus dem Englischen: fließend. Der Flowtrail ist eine Strecke, auf der ein Mountainbiker flüssig oder fließend mit gleichbleibender Geschwindigkeit fahren kann. Der Trail hat Kurven, Spitzkehren und Wellen, aber eine relativ ebene Oberfläche ohne größere Steine oder Wurzeln. In der Regel werden Flowtrails nur in Bike-Parks gebaut. Sie eignen sich für ungeübte Mountainbiker. Aber auch kleinere Sprünge sind möglich.

 

Ab Freitag, 16. August, können Mountainbiker die neue Strecke am Ortberg befahren. Um 16 Uhr gibt Bürgermeister Björn Gryschka die Strecke frei.

Das müssen Besucher wissen

Die wichtigsten Fragen und Antworten
Was muss ich zur Strecke wissen?

Fünf Kilometer ist der Flowtrail lang. Drei Kilometer davon geht es Uphill, also bergauf, und das mit einer Steigung von durchschnittlich vier Prozent. Die übrigen zwei Kilometer sind Downhill, mit bis zu 4,6 Prozent Gefälle geht es bergab. Durchschnittlich ist der Kurs einen Meter breit, in den Kurven bis zu 2,50 Meter. Die Abfahrt dauert rund 5, die ganze Tour 20 Minuten – allerdings nur, wenn man sehr geübt ist, sonst dauert’s länger.

Wer kann die Strecke befahren?

Grundsätzlich ist die Strecke für jeden befahrbar. „Voraussetzung sind ein intaktes Mountainbike und ein Helm“, sagt Tobias Neubauer von der Stadt Bad Salzdetfurth. Dann könne jeder die Strecke je nach Können schneller oder langsamer befahren.

Um die Strecke zu meistern, sollte man allerdings ein gewisses Maß an Körperbeherrschung und Geschick mitbringen und sich nicht selbst überschätzen. Allen Fahrern empfiehlt Neubauer dringend, die erste Runde langsam und mit Bedacht abzufahren, um sich die Kurven und Steigungen genau anzusehen. Erfahrene Biker haben auf dem Weg Möglichkeiten, zu springen. „Jeder auf eigenes Risiko“, so Neubauer.

Sicherheit für Radfahrer und Wanderer
Respektvoll auf gemeinsamen Wegen Schild Bad Salzdetfurth Flowtrail

Der Flowtrail kreuzt die Wanderwege „R0“ und den „Sölter Weg“ und läuft auf kurzen Abschnitten daran entlang. „Diese Stellen sind auffällig beschildert“, sagt Tobias Neubauer von der Stadt Bad Salzdetfurth. Zudem ist der Weg dort deutlich breiter. „Die Fahrer kommen unproblematisch an den Fußgängern vorbei.“ Grundsätzlich mahnen Hinweisschilder: „Respektvoll auf gemeinsamen Wegen.“ Außer an den Stellen, an denen der Flowtrail eine Verbindung zum Wanderweg hat, ist er für Fußgänger gesperrt.

Auf mehr Respekt hofft auch Neubauer. Es ist schon vorgekommen, dass Unbekannte den Flowtrail mit Steinen und anderen Hindernissen blockiert haben. „Das kann gefährlich werden, wenn die Strecke genutzt wird.“ Neubauer kündigt Kontrollen an.

Wo kann man parken?

Mit dem Auto anreisende Radsportler sollten auf dem Parkplatz am Eingang des BOP halten, nicht an der Schachtstraße. Der Parkplatz ist beschildert.

Gibt es für die Strecke anderswo Ausgleichsmaßnahmen für die Natur?

Weil der Flowtrail auf einem 300 Meter langen Abschnitt im Landschaftsschutzgebiet verläuft, hat der Landkreis Ausgleichspflanzungen zur Auflage gemacht. Die finden unmittelbar am Ortberg statt. „Die Stadt hat dem privaten Pächter eines Waldstücks gekündigt. Das Areal fällt Anfang 2020 an die Stadt zurück. Dann wird dort entsprechend der Auflagen angepflanzt“, erklärt Tobias Neubauer von der Stadt Bad Salzdetfurth.

Die holprige Historie

Von der Planung bis zur Eröffnung des Flowtrails

Die Stimmen

Das sagen Kritiker und Befürworter

Die Befürworter

Thomas Kasten, damaliger Kämmerer der Stadt Bad Salzdetfurth, nachdem der Finanzausschuss den Plänen für den Bau des Flowtrails zugestimmt hatte, September 2017

Ulrike Kohrs, in einem HAZ-Kommentar, nachdem ein FDP-Antrag zum Rückbau des Flowtrails abgelehnt wurde, November 2018

Eine große Bereicherung für die Stadt.

Christian Wenzel, damaliger Bürgermeister-Kandidat, beim HAZ-Forum zum Bikepark und dem Flowtrail, Dezember 2018

Björn Gryschka, Bürgermeister Bad Salzdetfurth, nachdem der Landkreis den Bau des Flowtrails nachträglich genehmigte, Februar 2019

Die Kritiker

Ulrich Hempen, in einem HAZ-Kommentar, Juli 2018

Danuta und Anton Ratke, in einem Leserbrief an die HAZ, August 2018

Thomas Burmester, Anwohner der Augenweide, gegenüber der HAZ, Oktober 2018

FDP-Fraktion in Bad Salzdetfurth, Antrag zur Stadtratssitzung, November 2018

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