Hitze in Hildesheim 

Die Temperaturen steigen immer weiter in die Höhe, die Thermometer erreichen neue Rekorde. Da hilft nur noch der Sprung ins kühle Nass – oder doch nicht? Was bringt wirklich etwas gegen die Sommerhitze und worauf sollte man bei den steigenden Temperaturen achten?

Wenn der Sommer gefährlich wird

Von Sonnenbrand bis Hitzschlag

Temperaturen bis weit über 30 Grad, dazu strahlender Sonnenschein: Ganz ungefährlich sind solche Super-Sommer-Tage nicht. Denn Sonne und Hitze im Übermaß schaden der Gesundheit – und sind im Extremfall sogar lebensbedrohlich.

Besonders gefährdet sind zum Beispiel Senioren, warnen Umweltbundesamt und Deutscher Wetterdienst. Denn dem Körper fällt es mit steigendem Alter schwerer, sich an anhaltend hohe Temperaturen zu gewöhnen. Säuglinge und Kleinkinder sind eine weitere Risikogruppe, ihnen macht vor allem direkte Sonneneinstrahlung zu schaffen. Eine Übersicht: 

Sonnenbrand

Kennt jeder, heilt in harmlosen Fällen von alleine. Schwere Verbrennungen können aber ein Fall für den Arzt sein – etwa wenn sich Bläschen bilden, die Schmerzen sehr groß sind oder zusätzlich Fieber auftritt. Mit verbrannten Kindern unter einem Jahr sollten Eltern immer zum Arzt gehen.

Zur Linderung empfiehlt die Stiftung Gesundheitswissen Kühlung: mit nassen Umschlägen, parfümfreien Gels und Lotionen oder fließendem Wasser. Eis oder Kühl-Packs aus dem Gefrierfach belasten die Haut dagegen zusätzlich. Oft empfohlene Hausmittel wie Quark oder Joghurt können zwar ebenfalls kühlen, geschädigte Haut aber auch zusätzlich irritieren oder gar Entzündungen verursachen.

Sonnenstich

Auslöser ist starke Sonneneinstrahlung auf einen unbedeckten Kopf, die eine Schwellung des Hirngewebes oder eine Entzündung der Hirnhäute verursacht. Die Folge: Der Kopf schmerzt und wird sehr heiß, der Nacken ist steif, hinzu kommen Übelkeit und Erbrechen.

Das beste Gegenmittel in solchen Fällen ist, sich in kühler und schattiger Umgebung hinzulegen. Kopf und Nacken sollte man mit feuchten, kühlen Tüchern bedecken. Einen Arzt rufen sollte man, wenn die Symptome sehr stark sind oder weitere hinzukommen – Fieber jenseits der 39 Grad etwa, Krampfanfälle oder Verwirrtheit etwa.

Hitzeerschöpfung

Sie tritt vor allem auf, wenn die Hitze tagelang nicht nachlässt. Auslöser ist zu viel Wasser- und Nährstoffverlust ohne entsprechenden Ausgleich. Die Symptome ähneln einer Grippe: Fieber und Schwäche, dazu Schwindel und Übelkeit, Muskelkrämpfe und Verwirrtheit. Die Haut der Betroffenen ist blassgrau.

Um wieder auf die Beine zu kommen, müssen Betroffene vor allem trinken – Mineralwasser oder isotonische Getränke etwa, auf keinen Fall Alkohol. Hilfreich ist ansonsten viel Ruhe in leichter und bequemer Kleidung, auch eine kühle Dusche kann helfen. Falls die Symptome länger als eine Stunde anhalten oder sich noch verschlimmern, sollte man den Arzt rufen.

Hitzschlag

Tritt auf, wenn der Körper aufgrund hoher Temperaturen mehr Wärme aufnimmt, als er abgeben kann. Die Folge: Die Körpertemperatur steigt schlagartig an, teils in nur 15 Minuten auf bis zu 41 Grad. Die Haut ist heiß, rot und sehr trocken. Betroffene sind unruhig, schläfrig oder verwirrt, hinzu kommt ein starkes Durstgefühl.

Ein Hitzschlag ist lebensgefährlich – und deshalb immer ein Fall für den Notarzt. Bis der kommt, sollte man Betroffene kühlen, eventuelle enge Kleidung lockern und ihnen zu trinken geben. Achtung: Für Laien sind Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag oft schwer zu unterscheiden. Im Zweifelsfall daher lieber schnell die 112 wählen.

Von A bis Z - So kommen Sie gut durch die heißen Tage

A wie Abkühlung: Wer lange in der Sonne gelegen hat, sollte sich vor einem Sprung in den Badesee oder ins Schwimmbecken abkühlen und nicht kopfüber ins Wasser stürzen. Schonender für den Kreislauf ist es, langsam ins Wasser zu gehen oder sich vorher abzuduschen.

B wie Bier: Der beliebte Durstlöscher ist aus Medizinersicht bei hochsommerlichen Temperaturen genauso wenig zu empfehlen wie Wein, Sekt und andere alkoholische Getränke. Gesünder sind Wasser, isotonische Getränke, ungezuckerter Tee oder Saftschorlen – und auch die werden am besten nicht eiskalt genossen.

D wie Dresscode: Kleidungsvorschriften am Arbeitsplatz können viele Beschäftigte auch bei Hitze nicht einfach ignorieren. Das gilt vor allem für Branchen wie Banken und Versicherungen. Chefs können zwar die Regeln lockern, wenn es sehr heiß wird. Aber auch dann ist nach Angaben des Deutschen Anwaltvereins davon auszugehen, dass Konventionen gelten. Wer Kundenkontakt hat oder in eher konservativen Unternehmen arbeitet, sollte sich auch bei Hitze dezent kleiden.

E wie Erschöpfung: Bei tagelanger Hitze kann der Körper mit Erschöpfungszuständen reagieren. Der Grund sind Wasser- und Nährstoffverluste durch das Schwitzen, die nicht ausgeglichen werden. Betroffene fühlen sich fiebrig und schwach. Hinzu kommen Schwindel, Übelkeit, Muskelkrämpfe und Verwirrtheit. Um wieder auf die Beine zu kommen, müssen Betroffene vor allem trinken und sich ausruhen.

G wie Garten: Pflanzen sind bei Hitze mindestens genauso durstig wie Mensch und Tier. Gießen sollte man sie am frühen Morgen oder späten Abend, keinesfalls aber mittags oder nachmittags. Der beste Zeitpunkt für die Pflanzen wäre nach Ansicht von Experten um 4.00 Uhr nachts.

H wie Handy: Auch das coolste Smartphone macht bei Hitze schlapp, wenn es in der prallen Sonne oder im geparkten Auto liegen gelassen wird. Manche Geräte fahren sich selbst herunter, wenn es ihnen zu heiß wird. Ist das Handyeinmal überhitzt, muss es abkühlen – und zwar langsam bei Raumtemperatur und nicht etwa im Kühlschrank.

K wie Klimaanlage: Auch bei großer Hitze sollte ein solcher Helfer im Auto nicht sofort beim Losfahren angeschaltet werden. Experten empfehlen, erstmal Fenster und Türe öffnen und beim Starten kurz die Umluft einschalten. Erst anschließend sollten Fahrer die Fenster schließen und die Klimaanlage einschalten. Bei Kurzstrecken raten Autoexperten dazu, auf den Einsatz der Anlage ganz zu verzichten.

L wie Lüften: Oftmals das einzige Mittel, die Hitze zumindest etwas aus der Wohnung zu bekommen. Dabei gibt es laut Prof. Hartwig Künzel vom Fraunhofer Institut für Bauphysik in Holzkirchen (Bayern) eine Faustregel: Immer dann die Fenster öffnen, wenn es draußen kühler ist als drinnen. An Sommertagen mit großer Hitze ist das in vielen Gebäuden nur nachts und in den frühen Morgenstunden der Fall. Umgekehrt heißt das aber auch: Heizt sich eine Wohnung – zum Beispiel im Dachgeschoss – so stark auf, dass es drinnen wärmer wird als draußen, sollte durch offene Fenster für Ausgleich gesorgt werden.

M wie Mieterrechte: Eine heiße Wohnung ist nach Angaben des Eigentümerverbandes Haus & Grund generell kein Grund für eine Mietminderung. Eine gesetzliche Regelung, wie hoch die Temperatur in einer Mietwohnung klettern darf, gebe es nicht. Im Einzelfall haben Gerichte allerdings entschieden, dass die Bewohner die Miete anteilig für besonders heiße Tage mindern dürfen – zum Beispiel dann, wenn der Wärmeschutz nicht dem Stand der Technik entspricht, wie er zum Zeitpunkt der Errichtung der Wohnung vorgeschrieben war.

Q wie Quark und Joghurt: Diese Hausmittel zur Linderung bei Sonnenbränden kühlen zwar. Sie können laut Gesundheitsexperten die geschädigte Haut aber zusätzlich reizen und sogar Entzündungen verursachen. Auch Eis oder Kühl-Packs aus dem Gefrierfach setzen die Haut unter Stress. Besser helfen nasse Umschläge, parfümfreie Gels und Lotionen oder fließendes Wasser.

S wie Sonnenstich: Starke Sonneneinstrahlung auf einen unbedeckten Kopf kann zu einer Schwellung des Hirngewebes oder einer Entzündung der Hirnhäute führen. Die Symptome eines Sonnenstichs sind oft Kopfschmerzen, steifer Nacken, Übelkeit und Erbrechen. Sind diese Anzeichen sehr stark oder kommen weitere hinzu – etwa Fieber über 39 Grad, Krampfanfälle oder Verwirrtheit -, sollte ein Arzt gerufen werden. Generell gilt: schnell raus aus der Sonne und in den Schatten; Kopf und Nacken mit feuchten, kühlen Tüchern bedecken.

V wie Ventilatoren: Tierschützer warnen davor, Kleintiere in Käfigen davor zu stellen. Menschen können das Weite suchen oder den Ventilator ausschalten, wenn es unangenehm wird, Käfigtiere nicht. Zugluft kann bei ihnen zu Erkältungen und Augenentzündungen führen.

Z wie Zubettgehen: Wenn die Hitze den Schlaf raubt, kann das zur Qual werden. Wer daheim keine Klimaanlage hat, dem raten Experten dazu, nach gründlichem Lüften am frühen Morgen das Schlafzimmer tagsüber durch Abdunkeln möglichst kühl zu halten. Die kuschelige Bettdecke verschwindet, besser schläft man nur unter einem Laken – oder ganz ohne. Die letzte schwere Mahlzeit sollte zwei Stunden vor dem Zubettgehen gegessen werden. Warmer Tee hilft beim Einschlafen. Bier oder Wein können das ebenfalls, Alkohol stört aber auch den Schlaf der zweiten Nachthälfte – und ist deshalb bei Hitze eher zu meiden.

Quelle: dpa

Worauf Eltern achten sollten

Hitze-Tipps für Eltern 

„Besonders für Kleinkinder und Babys hat der Sommer auch negative Seiten. Ob auf dem Spielplatz, im Sandkasten oder im Planschbecken – nur gut geschützt macht die Sonne Spaß. Und wie dick sollte man Babys im Sommer eigentlich zum Schlafen anziehen?

„Babys und Kinder haben eine größere Körperoberfläche gemessen an ihrem Körpervolumen. Deshalb können sie die große Hitze weniger gut ausgleichen als Erwachsene“, erklärt Jakob Maske vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (bvkj). An heißen Tagen sollten sie in den Mittagsstunden deshalb besser nicht nach draußen. Und wenn doch, dann nur in den Schatten und mit Kleidung, die vor der Sonne schützt. Dazu gehört auch eine kleine Mütze oder Kappe für die empfindliche Kopf- und Gesichtshaut.

Alle nicht bedeckten Hautflächen der Kinder sollten Eltern immer dick mit Kindersonnencreme mit dem Lichtschutzfaktor 50 eincremen. Spezielle Baby- und Kleinkind-Sonnenmilch ist deshalb wichtig, weil bei ihr auf Konservierungsstoffe und Duftstoffe verzichtet wird, sagt Beate Volkmer, Leiterin des Hautkrebs-Forschungslabors am Elbe Klinikum in Buxtehude. Besonders gründlich müssen die sogenannten Sonnenterrassen eingecremt werden: Nase, Ohren, Füße, Schultern.

Gerade Kinder unter zwei Jahren sollten besser gar nicht in die direkte Sonne. Beim Badeurlaub am Strand oder im Garten eignet sich als Schattenspender für sie zum Beispiel ein Strandmuschel-Zelt. Das schützt gleichzeitig auch vor Wind, Flugsand und Moskitos. Beim Kauf der Strandmuschel sollte unbedingt auf die spezielle UV-Beschichtung des Modells geachtet werden.

Andreas Engel von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) empfiehlt außerdem Sonnenschirm und Markise. „Eltern sollten darauf achten, dass etwa der Sandkasten im eigenen Garten im Schatten aufgebaut wird“, sagt der Psychologe. Mieter könnten das auch bei der Hausverwaltung anregen.

Wichtig ist an heißen Tagen, dass auch Kinder genug trinken. Eine generelle Mengenempfehlung gibt Kinderarzt Maske nicht. „In der Regel regulieren Kinder das sehr gut selbst. Da darf man sich ein bisschen drauf verlassen“, sagt er. Eltern sollten aber immer mal wieder Wasser und Tee anbieten. Und auch das richtige Essen kann erfrischend sein: „Das sollte wie immer vitaminreich und ausgewogen sein“, sagt Maske. Leichte und fettarme Kost – statt üppiger warmer Speisen – belastet am wenigsten. Gurken-Sticks und Wassermelonen-Stückchen enthalten außerdem viel Wasser.

Damit es dem Nachwuchs auch nachts nicht zu heiß wird, sorgen Eltern idealerweise schon morgens vor: Die Rollos im Kinderzimmer runterlassen, Fenster auf – und Durchzug ermöglichen. „Wir empfehlen immer eine Schlaftemperatur von 16 bis 18 Grad, was im Sommer natürlich schwer zu erreichen ist“, sagt Maske. Deshalb sollte nur eine dünne Bettdecke oder ein dünner Schlafsack im Bettchen liegen. „Der Trend ist, dass man das Kind immer eher zu warm schlafen lässt“, sagt der Arzt. Ältere Kinder schwitzen und schlafen schlechter, wenn es zu warm ist. Bei Babys könnte womöglich dadurch das Risiko für den plötzlichen Kindstod steigen – die genauen Ursachen dafür sind aber nicht sicher bekannt.

Auch Säuglinge schwitzen mitunter und sollten nicht zu warm gekleidet sein. Tagsüber sei ein Body mit kurzen Ärmeln gut, sagt die Hebamme Anne Rickermann vom St. Sixtus-Hospital in Haltern am See. Babys, die jünger als sechs Wochen sind, sollten außerdem dünne Baumwollsöckchen tragen. In warmen Nächten tragen Säuglinge am besten einen Body – eventuell mit langen Ärmeln – und einen dünnen Schlafsack aus Baumwolle. Mütter und Väter fühlen im Nacken des Babys, ob es schwitzt. Nackt schlafen sollten sie allerdings nicht, da sonst der Bauch zu kalt wird. Wichtig: Die Luft im Zimmer sollte zwar frisch sein, Neugeborene vertragen aber keine Zugluft, weil sie davon rasch eine Bindehautentzündung bekommen.

Um bei Kindern zu prüfen, ob es ihnen zu heiß geworden ist, empfiehlt Maske außerdem die Temperatur mit dem Handrücken unter dem Hals, an der Brust oder am Rücken zu prüfen. Fieber kann übrigens ein Zeichen für einen Sonnenstich sein – oft gepaart mit einem roten Kopf, Kopfschmerzen oder auch Verwirrtheit. Maske rät: „Dann den Kopf kühlen und einen Arzt aufsuchen.“

Quelle: dpa

 

Was beim Schlafen wichtig ist

Kühl halten: Das Schlafzimmer am besten früh morgens lüften, tagsüber die Fenster schließen und Rollläden oder Vorhänge zuziehen.

Warmes trinken: Abends keine eisgekühlten Getränke, sondern warmen Kräutertee trinken. Dann muss der Körper keine Energie aufwenden, um das Getränk auf Körpertemperatur zu bringen. Wein und Bier weglassen: „Alkohol hat direkte Auswirkungen auf Herz und Kreislauf“, sagt Schlafforscher Hans-Günter Weeß. Er sorgt für eine vermehrte Wärmebildung, also genau das, was man nicht will. „Der Schlaf wird auch oberflächlicher, der Tiefschlaf unterdrückt und man neigt eher zu Alpträumen.“

Lauwarm duschen: Direkt vor dem Zubettgehen lauwarm abbrausen. Duscht man kalt, ziehen sich die Poren zusammen, so kann die Haut Wärme schlechter abgeben. Erfrischend ist es, die Handgelenke anschließend unter kühles Wasser zu halten.

Luftig kleiden: Nachtwäsche aus Baumwolle, Leinen oder Seide (keine Synthetik!) zwei Stunden vor dem Schlafengehen in den Kühlschrank legen. Direkt vor dem Zubettgehen anziehen. Nackt schlafen ist eher ungünstig, sagt Weeß – vor allem bei offenem Fenster. Streift Luft über die verschwitzte Haut, drohen zum Beispiel Verspannungen. Zumindest ein Leinen- oder Baumwolltuch als Decke sei empfehlenswert.

Nasses aufhängen: Ein nasses Bettlaken am offenen Fenster entzieht der Umgebung durch Verdunstung Wärme. Ein feuchter Lappen auf der Stirn kühlt den Kopf.

Nicht schockfrosten: Vorsichtig mit Klimaanlagen oder Ventilatoren sein. Auch hier drohen Verspannungen oder gar eine Verkühlung.  

Cool bleiben: Druck ist der Feind des Schlafes, sagt Weeß. Und: „Wer schlafen will, bleibt wach.“ Je entspannter jemand an die Sache herangeht, desto leichter fällt es, zur Ruhe zu finden.

Quelle: dpa

Tipps für Tiere

Tiere haben kein Hitzefrei

Text: Andrea Hempen / Foto: Chris Gossmann

Enten und Gänse: Schattenplätzchen sind auch für das Geflügel wichtig. Für die gehört für ein gutes Geflügelleben noch eine Bademöglichkeit dazu. Es muss gar kein Bassin sein, eine größere Schüssel reicht mitunter schon aus.

Fische: Das Wasser im Aquarium kann sich für die Insassen lebensbedrohlich aufheizen. Notfalls sollte vorsichtig kaltes Wasser nachgefüllt werden. In Gartenteichen sollte das Wasser mit einer Pumpe in Bewegung gehalten werden, ein Sprudelstein oder ein Luftschlauch bringen ebenso Bewegung in das Wasser und sorgen für den nötigen Sauerstoff. Es kann auch nicht schaden, kaltes Wasser zulaufen zu lassen.

Hunde: Klar muss der Hund zwischendurch austreten. Die größeren Spaziergänge allerdings sollten die Halter in die frühen Morgen- oder späteren Abendstunden verlegen. Sport, wie ein Ausflug mit dem Fahrrad und Hund an der Leine, sollte in diesen Tagen nicht auf dem Programm stehen. Auch Gänge auf heißem Asphalt sind nicht empfehlenswert. Die Pfoten des Hundes schmerzt der heiße Untergrund ebenso, wie sie einem nackten Menschenfuß zusetzen würde. Noch weniger Bewegung als sonst brauchen ältere Hunde. Die Vierbeiner, die ordentlich Fell haben und in der Regel frisiert werden, sollten vom überschüssigen Haar befreit werden. Aber Vorsicht: Auch ein Hund kann einen Sonnenbrand bekommen. In der Regel gilt: Was dem Menschen bei Hitze nicht gefällt, mögen die Tiere ebenfalls nicht. Was nicht heißen soll, dass Tiere bei Hitze keinen Appetit haben. Also wie gewohnt füttern, die Mahlzeit aber nicht aufdrängen. Wichtig ist den Tierschützern das Thema Auto. Möglichst sollte Hunden jede Fahrt im heißen Fahrzeug erspart bleiben. Und wenn es nicht zu vermeiden ist, sollte der Hund nicht im Auto bleiben – auch nicht für ein paar Minuten.

Kaninchen und Meerschweinchen: In der Wohnung müssen die Käfige vor Sonne geschützt werden. Das gilt aber auch für die Tiere, denen der Besitzer einen Aufenthalt im Garten oder auf dem Balkon gönnen will. Wichtig ist zu beachten, dass die Sonne wandert. Ein Kühlpad, in ein Handtuch eingewickelt, ist eine Abkühlung, die so manchem Nager im Käfig gefällt. 

Katzen: Freilaufende Katzen müssen die Möglichkeit haben, an frisches Wasser zu kommen. Gefüttert wird am besten morgens und abends. Wohnungskatzen kann man das Leben etwas angenehmer machen, wenn man in Dachfenster oder an Türen feuchte Handtücher klemmt. Die Verdunstung der Feuchtigkeit sorgt für etwas Kühle im Zimmer. Im Gegensatz zu Hunden, können Katzen die Hitze nicht durch hecheln kompensieren.

Pferde: Viele Pferde tragen Masken. Das ist ein Schutz gegen Insekten, die die Tiere sehr piesacken können. Das Material ist dünn, darunter schwitzen die Tiere nicht.

Schafe: Die Halter sind verpflichtet, die Schafe im Sommer zu scheren. Denn die Wolle ist kein natürliches Fell, mit denen die Tiere sonst klar kämen. Es ist angezüchtet und deshalb muss es herunter. Sonst ist es eine Qual für die Wiederkäuer.

Weidetiere: Ob Pferde, Schafe oder Kühe – alle benötigen einen Witterungsschutz auf der Weide. Ein einzelner Baum für 20 Kühe beispielsweise reicht nicht aus. Hecken, aufgetürmte Sillageballen oder Hütten dienen als Sonnenschutz . Außerdem müssen die Tiere jederzeit an frisches Trinkwasser kommen. Braune oder grüne Brühe in einem Trog ist kein frisches Trinkwasser. Auf Missstände auf Weiden, so raten die Tierschützer, sollten die Besitzer hingewiesen werden. Zeigen die sich uneinsichtig, ist der Tierschutzverein der richtige Ansprechpartner. Auch das Kreisveterinäramt kann helfen.

Wildvögel: Verschiedene Gefäße mit frischem Wasser werden von den Gartenvögeln gut und gerne angenommen. Ein Stückchen Holz im Wasser dient Insekten – die im Übrigen auch Durst haben – als Rettungsinsel.

Zimmervögel: Wichtig ist, dass der Käfig nie in der prallen Sonne steht. Wer morgens aus dem Haus geht, sollte bedenken, dass sich der Sonnenstand im Laufe des Tages ändert: Wo morgens noch kühler Schatten ist, herrscht nachmittags womöglich glühende Hitze. Eine heruntergezogene Außenjalousie ist ein guter Hitzeschutz. Frischer Wind bringt zwar Abkühlung, doch sollten Käfige niemals im Durchzug stehen. Wenn den Vögeln ein Badehäuschen angeboten wird, sollte man darauf achten, das Wasser häufig zu wechseln. Vögel, die keine Badehäuschen nutzen, können vorsichtig mit Wasser besprüht werden.

 

 

 

Wenn das Handy zu heiß läuft

Auch dem Smartphone schadet die Hitze

Smartphones, Notebooks oder Tablets erwärmen sich im Betrieb zum Teil stark. Da liegt die Annahme nahe, dass so ein bisschen Sommerhitze obendrauf keinen großen Unterschied mehr macht. Aber weit gefehlt: Die Umgebungs- heizt die Betriebstemperatur zusätzlich an, so dass Schäden drohen, warnt das Fachmagazin „Connect“.

Deshalb sei es zunächst einmal wichtig, das Telefon oder den Rechner keiner direkten Sonneneinstrahlung auszusetzen, sie also vor allem nicht in der prallen Sonne liegen zu lassen. Besonders gefährdet sind alle Geräte mit schwarzen Gehäusen, weil sich diese extrem aufheizen. Der Aufheizeffekt lässt sich den Experten zufolge schon deutlich abschwächen, wenn das Smartphone etwa draußen beim Musikhören einfach in der Tasche bleibt oder am Strand und im Freibad etwa mit einem Handtuch abgedeckt wird.

Keinesfalls sollte man Geräte im Auto liegen lassen, da es im Innenraum bei Sonneneinstrahlung enorm heiß wird. Wer nicht umhin kommt, Technik im Wagen zu lassen, sollte den Angaben zufolge den Kofferraum als Ablageort wählen, weil die Hitze dort im Vergleich weniger stark ist.

Direkt hinter der Windschutzscheibe auf dem Armaturenbrett könne es dagegen so heiß werden, dass Kunststoffgehäuse schmelzen. Navis, die meist genau an dieser Stelle angebracht werden, bringt man beim Parken also besser in Sicherheit. Aber auch daheim oder im Büro gilt, dass technisches Gerät nicht direkt hinter einer Scheibe der Sonne ausgesetzt werden sollte. Sowohl hier als auch im Auto muss man bedenken, dass die Sonne wandert.

Ist ein Gerät aus Versehen doch einmal hinter der Windschutzscheibe oder auf einer Fensterbank weichgekocht worden, schaltet man es am besten erst einmal aus. Manche Mobilgeräte fahren auch selbst herunter, wenn sie eine bestimmte Maximaltemperatur erreicht haben.

Danach ist langsames Abkühlen angesagt. Das bedeutet: Einfach bei Raumtemperatur abwarten. Denn der Versuch, das Abkühlen zu beschleunigen, kann unter Umständen zu noch größeren Schäden führen, wenn sich aufgrund zu großer Temperaturunterschiede Kondenswasser bildet, warnen die Experten. Der Kühlschrank als schneller Abkühlort ist deshalb tabu.

Quelle: dpa

 

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